Fantasy des 20. Jahrhunderts


Eine Auswahl von Fantasy-Klassikern, die zu meinen persönlichen Favoriten zählen. Ob es unbedingt die “Top 10” sind, weiß nicht nicht: mein Lesegeschmack tendiert stark zur “High-Fantasy” – trotzdem vielleicht die eine oder andere Empfehlung wert ... 
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J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe

“One Ring to rule them all, One Ring to find them ...”
Inzwischen habe ich diverse Ausgaben der »Ring-Trilogie«, darunter welche mit schöneren Illustrationen und besserem Papier. Aber die erste, die ich jemals las, war jene berühmt-berüchtigte Taschenbuch-Ausgabe von Ace Books, die ohne Erlaubnis des Autors gedruckt worden war, aber ihm dann zu seinem Siegeszug in den USA verhalf.
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Robert E. Howard: Conan von Cimmeria

Das erste Buch, das ich neben der schulischen Lektüre auf Englisch gelesen habe. Damals, mit sechzehn, fand ich Conan viel interessanter als Frodo. Die bombastischen Cover von Frank Frazetta taten ihr Übriges dazu bei. Auch wenn Howard mit der Zeit etwas an Faszination eingebüßt hat, sind seine Geschichten immer noch so voller Power, dass seine Nachahmer dagegen farblos und öde wirken.
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E. R. Eddison: Der Wurm Ouroboros

Ein gewaltiges Buch. Ich las es ungefähr mit neunzehn, zwischen Abitur und Studium, meistens im Zug, mit dem ich jeden Tag zwischen Elternhaus und Zivildienst pendelte. Was ich damals wirklich davon verstanden habe, weiß ich nicht. Aber gut zwanzig Jahre später habe ich es übersetzt – das Buch, das als unübersetzbar galt. Ich halte es nach wie vor, in aller Bescheidenheit, für meine beste Übersetzung.
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Ursula K. LeGuin: Der Magier der Erdsee

Le Guin liebte Tolkiens Werk, ohne sich aber zu sehr davon beeinflussen zu lassen. Der Magier Ged, der trotz aller Fehler seinen Fähigkeiten gerecht zu werden versucht, ist für mich so etwas wie ein Rollenmodell. Und Le Guins Konzept der »Wahren Sprache«, die aller Magie zugrunde liegt, ist faszinierend. Außerdem mag ich Le Guins lakonischen Erzählstil, weshalb ich ihre Bücher liebe und sammle.
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Poul Anderson: Das geborstene Schwert

Zeitlich und von den Motiven her eine Parallele zum »Herrn der Ringe«, aber kein christliches, sondern ein durch und durch heidnisches Buch. Anderson, der dänischer Herkunft und selbst von der Wikingerzeit fasziniert war, hat später nie wieder etwas so Wildes und Beeindruckendes zustande gebracht. Man nimmt es ihm nicht einmal übel, das sein Held Skafloc tragisch endet.
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Joy Chant: Roter Mond und Schwarzer Berg

In meinen Augen ein weit unterschätzter Roman. Was wie ein Jugendbuch im Stil von C. S. Lewis’ »Chroniken von Narnia« beginnt, wird zu einem ganz eigenen Werk. Das merkt man erst, als die Kinder, die es in die Fantasy- Welt verschlagen hat, wieder zusammentreffen und feststellen, wie sehr sie sich verändert haben. Und am Ende hat die Geschichte ein paar unvergessliche Momente.
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Leslie Barringer: Gerfalcon

Kein Buch aus dem Fantasy-Mainstream, obwohl eine deutsche Übersetzung in der »Bibliothek der phantastischen Abenteuer« bei Fischer erschien. Barringer steht in der Tradition des historischen Jugendromans von Autoren wie G. A. Henty. Der Roman spielt in einem erfundenen Land, das dem Frankreich des Hundertjährigen Krieges ähnelt – ohne Magie, aber mit viel Imagination.
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Rudyard Kipling: Puck vom Buchsberg

Kipling ist hauptsächlich noch bekannt durch das »Dschungelbuch«, aber er war jemand, der sein Heimatland liebte und wie Tolkien versucht hat, eine eigene »Mythologie für England« zu entwickeln. Das Ergebnis waren zwei Bücher, in denen Puck zwei Kindern in Geschichten die ganze Historie Englands  vor Augen führt. Verbunden mit großartigen Gedichten in Reimform.
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Austin Tappan Wright: Islandia

Eines von den Büchern, die einen entweder langweilen oder tief bewegen. Wright, ein amerikanischer Jura-Professor, hat sein Leben lang daran geschrieben. Veröffentlicht 1942, elf Jahre nach dem Tod des Autors, ist es ein Buch, das einfach nicht sterben will. Es spielt auf einem fiktiven Kontinent der Südhalbkugel und ist weder Utopie noch Fantasy. Es ist nie auf Deutsch erschienen.
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Philip Pullman: Der Goldene Kompass

»Northern Lights« ist der britische Titel des Romans, der in den USA und dann als Film als »The Golden Compass« erschien. Auch hier gilt: Wer nur den Film gesehen und nicht das Buch gelesen hat, hat etwas verpasst. Pullman kommt aus der Tradition des viktorianischen Romans, was mir eigentlich nicht so liegt, aber er besitzt eine ungeheure Originalität, die frischen Wind in die Fantasy bringt.
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